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Reißverschluss einnähen

Viele bekommen Angst, wenn sie nur das Wort Reißverschluss hören. Doch wenn man einmal gesehen hat, wie es funktioniert, ist es gar nicht schwer. Hier zeigen wir Dir jetzt verschiedene Möglichkeiten, wie Dein Reißverschluss ganz einfach in Dein Selbstgenähtes kommt.

Bloß nicht verzweifeln wenn es nicht auf Anhieb perfekt ausschaut - Ein wenig Übung gehört auch dazu :)

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Das brauchst Du:

  • Stoff oder Nähprojekt
  • Reißverschluss
  • Stoffschere
  • Stecknadeln
  • Garn
  • Reißverschlussnähfuß (im Idealfall)

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Diese drei Varianten werden wir Dir heute zeigen:

  1. Wir nähen einen Reißverschluss zwischen zwei Stoffteile, die Steppnaht ist von der rechten Stoffseite nicht zu sehen, jedoch die Zähnchen. Der Reißverschluss endet oben und unten an der Stoffkante.
  2. Einen Reißverschluss mit einer sichtbaren Steppnaht und verdeckten Reißverschlusszähnchen. Hier wird der Reißverschluss zwischen zwei Stoffe genäht, am oberen Ende endet der Reißverschluss mit der Stoffkante am unteren Ende liegt er auf der Nahtzugabe der Stoffteile.
  3. Und zum Schluss nähen wir eine ähnliche Variante wie bei Reißverschluss 2. Hier wird dieser jedoch in eine Öffnung zwischen zwei Stoffteilen genäht. Beide Reißverschlussenden liegen auf der Nahtzugabe der linken Stoffseiten. Die Steppnaht ist von der rechten Stoffseite zu sehen und wieder sind die Reißverschlusszähnchen verdeckt.

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Einen Endlosreißverschluss zu verriegeln erleichtert die weitere Verarbeitung speziell für Nähanfänger. Es ist jedoch nicht immer nötig.
Du kannst Deinen Reißverschluss mit der Maschine oder mit ein paar Handstichen sichern. Wenn Du beide Enden verriegelst, ziehe die zwei Reißverschlussteile beim Zipper einfädeln nicht komplett auseinander, sondern nur so weit, dass Du den Zipper gut rauf kriegst. So liegt Dein Zipper in der Mitte des Reißverschlusses und Du kannst beide Enden verriegeln.

Wie das Verriegeln mit der Maschine geht zeigen wir Dir jetzt!

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Lege Deinen Reißverschluss wie im Bild zu sehen unter Deine Maschine. Die Nadel trifft ca. 1-2 cm vor Reißverschlussende in den Stoff. Wir verriegeln mit einem normalen Standardnähfuß und einem groß eingestellten Zickzackstich (In unserem Fall: Stichbreite 7, Stichlänge 0). Nähe ein paar Stiche, sodass die Zähnchen gut gesichert sind.
Die Nadel muss immer rechts und links neben den Zähnchen in den Stoff stechen. Hier ist ein wenig Vorsicht geboten, die Maschinennadel trifft nicht so gern direkt auf die Reißverschlusszähnchen. Dies kannst Du testen, indem Du die Nadel vorsichtig mit dem Handrad senken lässt.
Wenn nötig Stichbreite oder Reißverschlussposition neu ausrichten.

  1. Nadel steht links
  2. sticht neben den Zähnchen in den Stoff
  3. Nadel steht rechts und senkt sich wieder in den Stoff

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Und schon ist Dein Reißverschluss verriegelt und kann nicht mehr aufgehen.

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Variante 1:

Reißverschluss zwischen zwei Stoffstücke, Steppnaht von außen nicht sichtbar.

Wir haben die Schnittkanten der Stoffstücke vorher mit einer Overlockmaschine versäubert. Dies ergibt eine schöne, saubere Verarbeitung. Keine Overlockmaschine? Kein Problem! Du kannst Deine Schnittkanten auch mit einem groß eingestellten Zickzackstich versäubern. Viele Nähmaschine haben auch Versäuberungsstiche. Schau einfach mal nach, was Deine Maschine so kann!

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Die Seite mit den Zähnchen und die Seite auf der sich Dein Zipper befindet ist die rechte Seite Deines Reißverschlusses.
Lege also die rechte Reißverschlussseite auf Deine rechte Stoffseite. Der Reißverschluss ist leicht geöffnet (so wie im Bild zu sehen).

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Es ist auch möglich einen Reißverschluss ohne Reißverschlussfuß einzunähen. Dafür bedarf es ein wenig Übung und man sollte mit seiner Maschine vertraut sein. Das Anschaffen eines Reißverschlussfußes ist in jedem Fall eine lohnende Investition.

Unser Reißverschlussfuß ist bereits in die Maschine eingesetzt und entlang der Stecknadeln beginnen wir nun zu nähen. Mit einem Rückstich den Anfang verriegeln. In der Regel lässt sich ein Reißverschlussfuß links und rechts positionieren. Der Reißverschlussfuß ist bei uns rechts eingesetzt, dass wir links an den Zähnchen vorbei nähen.

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Nähe etwa die halbe Strecke, lasse die Nadel im Stoff stecken und hebe den Nähfuß an. Jetzt kannst Du den Zipper schräg neben der Nadel vorbei ziehen.
Stoff wieder gerade legen, Nähfuß runter klappen und Deine Naht zu Ende nähen.

Tipp:
Wenn Du einen nicht-verriegelten Reißverschluss benutzt, dann passe auf Deinen Zipper auf. Dieser kann leicht von den Zähnchen rutschen. Bist Du bereits im Nähen geübt, dürfte das für Dich kein Problem sein.

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Und schon ist Deine erste Naht genäht.

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Das gleiche machst Du jetzt nochmal mit der anderen Seite. Feststecken und nähen.

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So schaut Dein Reißverschluss fertig genäht von der linken Stoffseite aus.

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Und so schaut er von der rechten Stoffseite aus.

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Variante 2:

Nun nähen wir den Reißverschluss mit einer sichtbaren Steppnaht zwischen zwei Stoffstücke.

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Dein Reißverschluss lässt sich leichter feststecken wenn Du die Öffnung mit ein paar Nadeln zusammenhältst. Die Öffnung lässt sich auch mit ein paar Handstichen fixieren. Wie das geht zeigen wir Dir beim nächsten Reißverschluss!

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Lege Deinen Reißverschluss nun mit der Zähnchenseite auf die linke Stoffseite. Die Mitte der Reißverschlusszähnchen muss genau auf die Mitte der Öffnung treffen. Mit ein paar Nadeln fixieren.

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Drehe den Stoff um. Da wir von der rechten Stoffseite aus nähen, stecke den Reißverschluss von vorne erneut fest und entferne die Nadeln auf der linken Stoffseite. Stecke dir eine Nadel quer, ca. 1cm unterhalb der Öffnung. Die gestrichelte Linie im Bild zeigt Dir, wo Du nähen musst.

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Öffne Deinen Reißverschluss ein paar Zentimeter und lege ihn wie im Bild zu sehen unter Deinen Nähfuß. Der Abstand von Naht und Reißverschlusszähnchen kann variieren. Er sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein. Wir nähen in diesem Beispiel mit einem Abstand von ca. 1 cm pro Seite. Der Reißverschlussfuß ist jetzt links eingesetzt. Entlang der Markierung nähen.

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Hast Du ein Stück genäht und bist am Zipper angekommen, musst Du diesen wieder an der Nadel vorbeischieben.
Also wieder: Nadel stecken lassen, Füßchen anheben, Stoff etwas schräg ziehen und Zipper vorsichtig an der Nadel vorbeiziehen.

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  1. Deine Naht endet an der quer gesteckten Nadel. Nadel stecken lassen, Fuß heben, Stoff um 90° drehen.
  2. Quernaht von ca. 2 cm nähen
  3. Nadel stecken lassen, Fuß heben, Stoff um 90° drehen und am Reißverschluss vorbei nach oben nähen.

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Schon ist Dein Reißverschluss eingenäht!

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Variante 3:

Zum Schluss nähen wir eine ähnliche Variante wie bei dem Reißverschluss zuvor. Der Reißverschluss kommt hier in eine Öffnung zwischen zwei Stoffteilen.

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In Variante 2 haben wir die Öffnung mit Nadeln zugesteckt. Hier kannst Du sehen wie man die Öffnung auch mit ein paar großen Handstichen fixieren kann. Du positionierst Deinen Reißverschluss wieder mit den Zähnchen genau in der Mitte der Öffnung. Hier brauchst Du zwei quer gesteckte Nadeln. Jeweils ca. 1 cm hinter der Öffnung.

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Wenn Du Deinen Reißverschluss festgesteckt hast, kannst Du den Faden wieder herausziehen. Beim Nähen würde er nur stören. Genäht wird nun ein Kasten von der rechten Stoffseite aus, entlang der Markierung im Bild.

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Du beginnst an einer Quernadel zu nähen und nähst Deinen Reißverschluss wie in Variante 2 fest, jedoch nähst Du hier einmal rundherum.

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Voilà! Dein Reißverschluss ist fertig. So schwer war es doch gar nicht, oder?

Tags: Nählexikon
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